Fit bleiben durch den PC-Simulator


Jeder "Frischling", mich eingeschlossen, steht vor einem Problem. Wie bleibt man in der Materie fit? Für die wenigsten ist es kein Ding, die 24 Stunden zu fliegen. Das schafft man meistens im Verein, mit Papi und Mami und sonst irgendwie. Das ganze geht dann in bester PPL Manier über die Bühne. IFR-Procedures und Airwork? Da war doch mal was.....! So weit sollte es erst gar nicht kommen.

Die für mich kostengünstigste Methode ist der heimische PC. Um´s direkt klar zu machen: Der Flugsimulator am PC wird auf keinen Fall eine echte Flugstunde ersetzen! Mittlerweile sind aber selbst Experten einig, daß modernere Programme mit der entsprechenden Hardware tolle Verfahrenübungsgeräte darstellen können.

Was wird für´s sinnvolle Üben benötigt?

Das Programm sollte neueren Datums sein, und der Computer schnell genug, um ohne "stottern" die Grafik der Instrumente anzuzeigen. Die VFR-Szenerie ist eher unbedeutend, hier sollte nach dem Motto "weniger ist mehr" verfahren werden. Das spart Systemressourcen. Ich selbst benutze den weitverbreiteten FS2000 von Microsoft zusammen mit einem 1GHz Pentium aus der letztjährigen ALDI Serie. Es geht mit einem 15" Bildschirm, wer aber nicht frühzeitig beim Augenarzt die Segel streichen will, sollte sich mindestens einen 17"Zöller gönnen.
Mit dieser Ausstattung gesegnet kann man schon einiges erreichen. Der geübte Instrumentenscan erfordert nichts weiter. Auch wer Probleme mit der Interpretation von Basics wie Funknavigationsanzeigen hat, kann sich so lebhaft die Funktion vor Augen führen, ohne seine Passagiere in Lebensgefahr zu bringen. Selbst manche Systeme (z.B. Autopilotfunktionen) lassen sich für die Realität schon so ableiten.

Der nächste Schritt ist das Steuerhorn. Es sollte einem das Geld (ab ca 150€) wert sein. Ich habe mich für das CH FlightSim Yoke USB (ca.200€) entschieden. Neben Throttle, Prop und Gemisch hat man hier eine Reihe frei zu belegender Knöpfe und Schalter. Langsam kann man anfangen, von "Verfahrensübungen" zu sprechen. Ergänzt durch eine Stoppuhr und den Approachchart-halter kann man schön IFR-Anflüge durchziehen. Wie gesagt, eine echte Flugstunde wird sicher nicht ersetzt. Auch Airwork (Steep-turns, Stalls u.s.w) und Dinge wie Go-arounds lassen sich vom Ablauf her relativ gut darstellen.

Wem das nicht genügt (und eigentlich genügt es), kann sich dann noch mit einem Satz Pedalen (coordinated turns, bremsen bei Gear Up) und einem Control Panel verwöhnen. Es kommen ein paar realistische Handgriffe hinzu (Frequenzen eindrehen, OBS, Gear lever, Schalter für Fuel Pump, Pitot heat etc..). Nebenstehendes Bild zeigt als Beispiel meine Anlage.
Wie sollte man üben?

Vor allen Dingen ernsthaft. Dazu gehört gehört auch das Benutzen der Checkliste. Ich habe mir ein Original besorgt, das ich dem Simulator angepasst habe. VORSICHT: Handgriffe die man am Simulator nicht üben kann, sollte man in der realen Welt nicht vergessen! Es geht ja auch nur um das Üben von Verfahren allgemein und ersetzt keine Kenntnisse über das zu fliegende, echte Flugzeug.

TIPP:
Zu zweit übt es sich besser. Schliesslich kommen auch in der realen Welt unerwartete Anweisungen für Holdings, An- und Abflüge und Radarvektoren. Ausserdem kann man sich gegenseitig auf die Finger klopfen wenn sich Fehler einschleichen. Selbst ein bisschen Crew Coordination kann mit dem entsprechenden Partner wiederholt werden.
Für Partial Panel wird schnell ein Post-it Zettel auf den Bildschirm gepappt.
Verschiedene Wettereinstellungen schaden nicht. So fliegt sich ein Anflug oder Holding immer anders. Ausserdem wird man dann öfter mal gezwungen, sich der ein oder anderen Faustformel zu bedienen, die andernfalls in Vergessenheit geraten wäre. Ein eigenes "Logbuch" hilft einem festzuhalten, welche Dinge geübt wurden. Schwachpunkte sind so besser zu erkennen und anzugehen!