Diese Seite wird ständig ergänzt. Schicken Sie mir bitte Ihre persönlichen Tipps und Tricks für erfolgreiche Bewerbungsstrategien! Im übrigen bin ich kein Bewerbungsspezialist. Ich versuche nur die mir bisher bekannten Informationen ein bisschen den Besonderheiten der Fliegerei anzupassen.
Wer´s besser weiß soll sich bitte melden!
Bisherige Themen:


Die Bewerbung
Erscheinungsbild und Aufbau
Die augenblickliche Situation ist erschreckend, aber nicht hoffnungslos. Allerdings sollte man mehr tun als
hunderte Blindbewerbungen verschicken. Gerade deshalb ist ein wenig Mühe angebracht.
Mir ist ein Beispiel bekannt, in dem ein junger ATPL-Inhaber Bewerbungsfotos beifügte, auf denen er mit Goldkettchen und offenem Hemd (Brustbehaarung sichtbar) abgelichtet ist. Er sucht bis heute......
Direkt zum Thema Bild. Man kann darüber streiten ob es ein teures Passfoto sein muss oder aber ein auf den Lebenslauf gedrucktes Digitalbild. Auch darüber ob es ohne Krawatte geht. Klar ist eines: Es sollte den Bewerber positiv darstellen (Ich war einmal an einem Tag in drei (!!!) Fotoläden, erst die letzte Bildserie war ok). Digitalfotos haben den Vorteil der leichten Bearbeitung. Der Pickel auf der Nase kann verschwinden,
aus der Sonnenbankbräune wird ein natürlich heller Ton, oder das Bleichgesicht bekommt eine "gesunde" Gesichtsfarbe. Auch der Lichtreflex auf der Brille verschwindet.
Familie oder Freunde sind sicher gerne bereit, bei der Auswahl der in Frage kommenden Fotos behilflich zu sein.
Wie wäre es einmal mit einem Papier, das über die üblichen 80g/cm2 hinausgeht ? Bitte kein Pappkarton
verschicken ! Wenn wir schon bei Pappe sind: Die Versandtaschen können ruhig ein Papprücken haben.
So besteht die Chance, daß der Inhalt einigermassen unbeschadet beim Entscheider auf den Tisch kommt - aber evtl. auch im schlimmsten Fall wieder unversehrt zurück.
Weist Ihre Bewerbung dennoch ein paar Gebrauchsspuren: Ab in den Ofen. Oder würden Sie sich über einen Brief freuen, wenn Sie wissen, daß Sie für den Absender nur zweite Wahl sind?
Die Bewerbungsmappe ist eine Frage des persönlichen Stils. Vielfältige Auswahl gibt es in Büromegamärkten,
die oft sogar einen Preisnachlass ab Menge X gewähren.
Da eine gelochte und/oder getackerte Bewerbung nicht das "Gelbe vom Ei" ist, sollte die Mappe mit einem "zerstörungsfreien" Heftmechanismus aufwarten.
Durchgehender Stil und wenige Variationen im Schriftbild (fett, kursiv, unterstrichen, Schriftgrössen) runden den optischen Eindruck ab. D.h. für Anschreiben, Lebenslauf und evtl. folgende Schriftstücke keine Demonstration der auf Ihrem Computer gespeicherten Schriftarten anfertigen!
Wenn Sie sich ein bisschen abheben wollen - gut so. Trotzdem sollten Sie die Kunst der Bewerbung nicht neu erfinden. Bedenken Sie einfach das es in der Fliegerei relativ konservativ zugeht. Niemand wird von Ihren Origami-Künsten überzeugt sein, und ein angeklebtes Gummibärchen weist Sie vielleicht als Catering-Experten aus,
aber nicht als ernsthaften Piloten.
Viele kleinere Firmen freuen sich eher über Zusatzqualifikationen als z.B. der Kranich. Bei grösseren Gesellschaften beschränkt sich Ihre Aufgabe sicher nur auf das Fliegen, eine kleine Chartergesellschaft kann Sie aber vielleicht anderweitig einsetzten, wenn die Auftragslage ruhig ist. Schliesslich kosten Sie ja auch viel Geld - und die Zeiten sind nicht die Besten. Variieren Sie also das Anschreiben nach den Erwartungen Ihres jeweiligen Adressaten.


Das Vorstellungsgespräch
Jetzt sind Sie gefragt! Denken Sie daran, der erste Eindruck zählt!
Irgendein Mensch fand Ihre Bewerbung gar nicht schlecht. Sie dürfen jetzt zum Vorstellungsgespräch.
Auch hier sollte man auf ein paar wesentliche Dinge achten.
Seien Sie zuerst einmal pünktlich. Wer möchte Ihnen schon ein Flugzeug anvertrauen, wenn Sie Ihren Slot sowieso verpassen? Wenn es zeitlich problematisch ist, reisen Sie lieber einen Tag früher an. So sind Sie ausgeruht und fit, ausser Sie haben die Nacht an der Hotelbar verbracht, um sich als Whiskykenner zu etablieren.
Aber dann ist Ihnen wahrscheinlich doch nicht mehr zu helfen.
Nutzen Sie die Tage vorher, um sich über die Firma zu informieren. Die Homepage der Firma verrät meist schon Bände. Schauen Sie hier unter "Operator" nach, ob Ihr möglicher Arbeitgeber gelistet ist. So können Sie gezielte Fragen stellen ("Wie läuft die neue XY-Route?") und zeigen so ein aufrichtiges Interesse.
Über die Kleidung lässt sich abermals streiten. Trotzdem empfehle ich die Krawatte, da diese später ja auch Teil
der Berufskleidung ist. Die Kleidung ist selbstverständlich gebügelt und frei von Flecken. Die Schuhe auch!
Regnete es vorher in Ströhmen, ist sicher noch genug Zeit um mit einem Papierhandtuch die nötige "Grundreinheit" wiederherzustellen.
Sie haben auch vorher auf den Besuch der Frittenbude verzichtet, denn Sie wissen welche "Düfte" sich dann in
der Kleidung absetzen! Haben Sie es dennoch getan: Seien Sie sparsam mit ihrem dezenten Aftershave. Natürlich wenden Sie es auch ohne Schnellrestaurantbesuch sehr sparsam an. Stellen Sie sich vor wie schlimm es ist,
wenn man Sie "nicht riechen" kann!
Liebhabern von knoblauchhaltigen Speisen (der gute Döner....) sei empfohlen schon am Vorabend des Gesprächs
auf solche Leckereien zu verzichten. Schliesslich müssen Sie irgendwann einmal auf engstem Raum mit einem Kollegen zusammenarbeiten. Natürlich können hier Vorkehrungen getroffen werden: Spucken Sie dennoch das Kaugummi vorher aus.
Die Tür öffnet sich, und Sie werden hereingebeten! Kommt es zum Handschlag, brechen Sie Ihrem Interviewer
nicht gleich die Knochen. Was, wenn er/sie denkt, Sie landen so grob wie sie Hände schütteln? Schauen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen. Wer mag schon ausweichende Blicke. Geben Sie Ihm aber nicht das Gefühl Sie wollten
Ihn hypnotisieren!
Beantworten Sie sachlich alle Fragen, verfallen Sie nicht in einen Monolog! Versuchen Sie bei Unstimmigkeiten gemeinsam das Problem zu lösen. Fragen Sie ruhig nach, lassen Sie den Menschen zu Wort kommen. Reden Sie deutlich, d.h. ruhig und in einem nicht zu leisen Tonfall.
Tipp: Nehmen Sie sich mal auf Video auf, wenn Sie mit einem Freund ein Übungsgespräch führen. Ich weiß,
es hört sich albern an - aber es ist eine der wirkungsvollsten Methoden sich einmal selbst auf den Zahn zu fühlen. Lassen Sie ihn durchaus unangenehme Fragen stellen - versuchen Sie souverän zu bleiben. Prüfen Sie hinterher: Gaben Sie logische Antworten? Wirkten Sie hektisch? Was gefiel Ihnen nicht, was fanden Sie gut?
Sie finden das bescheuert? Raten Sie mal was Sie u.a. auf Rhetorik- oder Vorbereitungsseminaren machen.